Installateure

Auftragsakquise für PV-Betriebe: Volle Auftragsbücher ohne Marketingbudget

Die Nachfrage im Eigenheimsegment hat sich nach dem Boom abgekühlt. Wie PV-Installateure mit Empfehlungsnetzwerken, Vertriebspartnerschaften und erfolgsbasierter Vermittlung planbar Aufträge gewinnen — ganz ohne Werbebudget.

Selbstbewusster Elektriker mit Helm und verschränkten Armen – PV-Betrieb mit vollen Auftragsbüchern

Die Zeiten, in denen das Telefon von selbst klingelte, sind vorerst vorbei. Nach den Rekordjahren 2023 und 2024 melden viele PV-Betriebe im Eigenheimsegment spürbar weniger Anfragen: Die Strompreise haben sich beruhigt, ein Teil der besonders motivierten Eigenheimbesitzer hat bereits installiert, und die Kaufzurückhaltung bei größeren Investitionen ist deutlich zu spüren. Wer jetzt PV-Aufträge finden will, kann nicht mehr allein auf organische Nachfrage setzen — braucht dafür aber kein fünfstelliges Marketingbudget. Dieser Beitrag zeigt, welche Akquisekanäle für Installationsbetriebe ohne nennenswerte Werbeausgaben funktionieren und wie Sie Vermittlungsprovisionen betriebswirtschaftlich richtig einordnen.

Die Marktlage: Nachfrage verschiebt sich, sie verschwindet nicht

Der Zubau in Deutschland bewegt sich laut Bundesnetzagentur weiterhin auf hohem Niveau — 2024 wurden rund 16 Gigawatt neu installiert. Doch die Verteilung hat sich verändert: Gewerbedächer und größere Anlagen tragen einen wachsenden Anteil, während das klassische Eigenheimgeschäft gegenüber dem Boomjahr 2023 deutlich nachgelassen hat. Branchenverbände sprechen von einem spürbaren Rückgang der Anfragen im privaten Segment.

Für Installationsbetriebe bedeutet das: Der Kuchen ist noch groß, aber er wird nicht mehr frei Haus geliefert. Wer 2023 mit Wartelisten arbeitete, konkurriert 2025 wieder aktiv um jeden Auftrag — oft gegen Wettbewerber, die mit aggressiven Preisen in den Markt drängen. Genau deshalb lohnt der Blick auf Kanäle, die planbar Aufträge liefern, ohne laufende Werbekosten zu verursachen.

Kanal 1: Das Empfehlungsnetzwerk systematisieren

Empfehlungen sind für die meisten Handwerksbetriebe der wichtigste Auftragskanal — und gleichzeitig der am wenigsten gemanagte. Drei Hebel machen aus Zufallsempfehlungen einen verlässlichen Kanal:

  • Aktiv fragen, nicht hoffen: Bitten Sie jeden zufriedenen Kunden bei der Abnahme konkret um eine Google-Bewertung und um Weiterempfehlung in der Nachbarschaft. Eine Anlage auf dem Dach ist die beste Werbefläche — nutzen Sie sie mit einem Bautafel-Schild während der Montagetage.
  • Bestandskunden reaktivieren: Wer vor zwei, drei Jahren eine Anlage gekauft hat, ist heute Kandidat für Speicher-Nachrüstung, Wallbox oder Erweiterung. Ein kurzer Anruf oder Brief an die Bestandsliste kostet fast nichts und trifft Menschen, die Ihnen bereits vertrauen.
  • Empfehlungen honorieren: Eine kleine Prämie oder ein Wartungsgutschein für erfolgreiche Weiterempfehlungen ist deutlich günstiger als jeder gekaufte Lead.

Kanal 2: Partnerschaften mit Berufsgruppen am Point of Sale

Der wirkungsvollste Zeitpunkt für die PV-Entscheidung ist der Moment, in dem ohnehin über die Immobilie entschieden wird. Genau dort sitzen Berufsgruppen, die täglich mit Ihren potenziellen Kunden sprechen:

  • Hausverkäufer und Fertighausanbieter: Beim Neubau ist PV oft ohnehin Thema oder je nach Landesrecht sogar Pflicht. Ein Vertriebler, der die Anlage gleich mit anbietet, verschafft Ihnen den Auftrag ohne eigenen Vertriebsaufwand.
  • Immobilienmakler: Bei Eigentümerwechseln stehen Modernisierungen regelmäßig an — der Makler kennt den Käufer und dessen Pläne.
  • Energieberater: Wer einen Sanierungsfahrplan erstellt, empfiehlt konkrete Gewerke. Ein verlässlicher PV-Partner in der Region wird gern weitergereicht.
  • Elektriker und Dachdecker ohne eigenes PV-Geschäft: Kollegenbetriebe, die Anfragen nicht selbst bedienen, geben diese gegen Beteiligung gern ab.

Solche Partnerschaften funktionieren nur mit klaren Regeln: definierte Provision, sauberes Übergabeformat für Leads und verbindliche Reaktionszeiten Ihrerseits. Ein Partner, dessen Empfehlung drei Wochen unbeantwortet bleibt, empfiehlt Sie kein zweites Mal.

Kanal 3: Vermittlungsplattformen als planbarer Zufluss

Vermittlungsplattformen bringen genau diese Partnerlogik in eine strukturierte Form: Vermittler — etwa Hausvertriebe oder Makler — reichen konkrete PV-Interessenten an Installationsbetriebe weiter und erhalten dafür eine Erfolgsprovision, üblicherweise im Bereich von 10 bis 20 Prozent des Auftragswerts. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Lead-Portalen: Sie zahlen nicht pro Kontaktdatensatz, der an fünf Wettbewerber gleichzeitig verkauft wird, sondern erfolgsabhängig für einen tatsächlich zustande gekommenen Auftrag.

Provision ist kein Kostenblock, sondern Ihr Vertriebsbudget

Viele Betriebe zucken bei 10 bis 20 Prozent Provision zusammen. Die richtige Vergleichsgröße sind aber nicht null Euro, sondern Ihre tatsächlichen Akquisekosten pro gewonnenem Auftrag. Rechnen Sie ehrlich: Anzeigenbudget, Zeitaufwand für Angebote, die nie beauftragt werden, Messeauftritte, Fahrtkosten zu Besichtigungen ohne Abschluss. Wer über bezahlte Werbung akquiriert, erlebt schnell, dass von vielen teuren Klicks nur wenige Angebote und noch weniger Aufträge übrig bleiben — die Akquisekosten pro Abschluss liegen dann oft ebenfalls im vierstelligen Bereich.

KanalKosten fallen anPlanbarkeitEigener Zeitaufwand
Empfehlungenkaumgering bis mittelniedrig
Bezahlte Werbung (Ads)vorab, unabhängig vom Erfolgmittelhoch (Betreuung, Angebote)
Klassische Lead-Portalepro Lead, geteilt mit Wettbewerbernmittelhoch (viele Absagen)
Partner / Vermittlungnur bei Auftrag (Provision)hochniedrig

Der Charme des Provisionsmodells liegt in der Risikoverteilung: Kein Auftrag, keine Kosten. Die Provision lässt sich zudem sauber in die Kalkulation einpreisen — Sie kennen den Wert vor Angebotsabgabe. Wichtig ist nur die Deckungsbeitragsrechnung: Ein Auftrag mit 15 Prozent Provision und voller Auslastung der Montagetrupps ist fast immer besser als ein leerer Kalender mit voller Marge auf dem Papier. Wie sich Provisionen buchhalterisch korrekt behandeln lassen, klären Sie am besten kurz mit Ihrem Steuerberater.

Worauf Sie bei Vermittlungspartnern achten sollten

  • Exklusivität des Kontakts: Wird der Interessent nur Ihnen zugeführt oder parallel mehreren Betrieben?
  • Qualifizierung: Liegen Eckdaten wie Dachfläche, Zeithorizont und Budgetrahmen vor, oder erhalten Sie nur eine Telefonnummer?
  • Erfolgsbasierte Abrechnung: Provision erst bei Vertragsschluss, nicht pro weitergereichtem Kontakt.
  • Regionale Passung: Anfragen aus Ihrem realen Einzugsgebiet, nicht 200 Kilometer entfernt.
  • Klare Vertragsbasis: Schriftliche Provisionsvereinbarung mit eindeutiger Definition, wann ein Auftrag als vermittelt gilt.

Ein kühlerer Markt ist unbequem — aber er belohnt Betriebe, die ihre Akquise auf mehrere Beine stellen, bevor die Auftragslücke im Kalender steht. Empfehlungen, Partnernetzwerke und erfolgsbasierte Vermittlung greifen dabei ineinander: Alle drei kosten erst dann Geld, wenn tatsächlich Umsatz entsteht.

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TR Solar verbindet PV-Installationsbetriebe mit Vermittlern aus Hausvertrieb, Maklergeschäft und Energieberatung, die qualifizierte Interessenten aus ihrer täglichen Arbeit weiterreichen. Sie zahlen ausschließlich erfolgsbasiert eine vereinbarte Provision — ohne Werbebudget und ohne Kosten für Leads, die nie zum Auftrag werden. Registrieren Sie Ihren Betrieb und legen Sie Ihr Einzugsgebiet fest, um passende Anfragen aus Ihrer Region zu erhalten.

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