Checkliste: So erstellen Sie den perfekten PV-Auftrag für Installateure
Vollständige Angaben, gute Fotos und eine realistische Provision entscheiden darüber, ob Installateure auf Ihren PV-Auftrag bieten. Die Checkliste zeigt Schritt für Schritt, worauf es beim Einstellen ankommt.

Ob ein Installateur auf einen vermittelten PV-Auftrag mit einem belastbaren Angebot reagiert oder ihn kommentarlos überspringt, entscheidet sich meist in den ersten zwei Minuten. Fachbetriebe sind ausgelastet, kalkulieren knapp und haben wenig Geduld für unvollständige Anfragen. Wer als Vermittler einen PV-Auftrag einstellen will, der ernst genommen wird, muss deshalb vor allem eines liefern: vollständige, überprüfbare Informationen. Die gute Nachricht: Der Aufwand dafür ist überschaubar — und er zahlt sich direkt in besseren Angeboten, kürzeren Reaktionszeiten und höherer Abschlussquote aus.
Warum die Auftragsqualität über Ihre Provision entscheidet
Ein Installateur kalkuliert ein PV-Angebot auf Basis von Dachfläche, Dachart, Ausrichtung, gewünschter Leistung und Anfahrtsweg. Fehlt eine dieser Angaben, hat er zwei Möglichkeiten: Er schätzt konservativ und schlägt Sicherheitspuffer auf — oder er lässt den Auftrag liegen und bearbeitet den nächsten, vollständigen. Beides geht zu Ihren Lasten. Ein aufgeschlagener Puffer macht das Angebot für Ihren Kunden unattraktiver, ein liegen gebliebener Auftrag bringt gar nichts. Da Ihre Provision in der Regel prozentual am vermittelten Auftragswert hängt, ist ein sauber eingestellter Auftrag keine Formalie, sondern die Grundlage Ihres Geschäftsmodells.
Die Pflichtangaben im Überblick
Diese Angaben gehören in jeden Auftrag — ohne Ausnahme. Was Sie nicht sicher wissen, klären Sie vorab mit dem Eigentümer, statt zu raten.
| Angabe | Warum sie zählt |
|---|---|
| Objekttyp | Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder Gewerbehalle — bestimmt Anlagengröße, Gerüstbedarf und Genehmigungsaufwand |
| Dachfläche (ca. m²) | Grundlage für die Modulbelegung; grobe Schätzung reicht, aber sie muss plausibel sein |
| Dachart und Eindeckung | Satteldach, Flachdach, Trapezblech, Ziegel — jede Variante braucht ein anderes Montagesystem |
| Ausrichtung und Neigung | Süd, Ost-West oder Nord? Entscheidet über Ertragsprognose und Wirtschaftlichkeit |
| Wunsch-kWp | Die Zielgröße der Anlage; falls unklar, hilft der jährliche Stromverbrauch des Haushalts als Anhaltspunkt |
| Speicherwunsch | Mit oder ohne Batteriespeicher — verändert Angebotssumme und Technikauswahl erheblich |
| Budgetrahmen | Ein ehrlicher Korridor filtert unpassende Angebote von vornherein aus |
| Standort-PLZ | Anfahrtsweg und regionale Auslastung entscheiden mit, ob ein Betrieb überhaupt anbietet |
| Zeitfenster | Wunschtermin für die Umsetzung — „so schnell wie möglich“ ist keine brauchbare Angabe, „Q4 2026“ schon |
Ein Hinweis zum Alter des Daches rundet das Bild ab: Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, sollte das vor der PV-Montage geklärt sein — jeder seriöse Installateur fragt danach.
Fotos und Unterlagen: das Auge des Installateurs
Kein Fachbetrieb fährt für eine Erstkalkulation raus. Ihre Fotos ersetzen den ersten Vor-Ort-Termin — entsprechend sorgfältig sollten sie sein:
- Dach aus mehreren Perspektiven: mindestens zwei Aufnahmen, die die gesamte Dachfläche zeigen, idealerweise bei Tageslicht und ohne Gegenlicht.
- Verschattung dokumentieren: Bäume, Nachbargebäude, Gauben und Schornsteine gehören sichtbar aufs Bild — Verschattung ist der häufigste Grund für Nachverhandlungen.
- Zählerschrank fotografieren: Ein offenes Foto des Zählerschranks verrät dem Elektriker mehr als jede Beschreibung, etwa ob Platz für zusätzliche Komponenten vorhanden ist.
- Optional, aber wertvoll: ein Screenshot aus einem Luftbild- oder Katasterdienst mit markierter Dachfläche sowie — falls vorhanden — die letzte Stromabrechnung mit dem Jahresverbrauch.
Verzichten Sie auf verwackelte Handyfotos aus dem fahrenden Auto. Ein Auftrag mit fünf brauchbaren Bildern wirkt professionell und signalisiert dem Installateur: Hier hat jemand vorgearbeitet, hier lohnt sich ein Angebot.
Provision und Budget: realistisch statt maximal
Als Vermittler geben Sie beim Einstellen des Auftrags Ihre Provisionserwartung an — üblich sind je nach Auftragsgröße und Vorleistung etwa 10 bis 20 Prozent des Netto-Auftragswerts. Widerstehen Sie der Versuchung, pauschal am oberen Ende anzusetzen. Ein Installateur rechnet Ihre Provision in seine Marge ein; eine überzogene Forderung macht den Auftrag für gute Betriebe unattraktiv und zieht eher solche an, die die Differenz über den Endkundenpreis hereinholen. Das fällt am Ende auf Sie zurück, denn Ihr Kunde vergleicht Angebote. Faustregel: Je vollständiger Ihr Auftrag und je konkreter das Kaufinteresse des Kunden, desto besser lässt sich eine höhere Provision begründen. Fragen zur steuerlichen Behandlung Ihrer Provisionseinnahmen klären Sie bitte mit Ihrem Steuerberater.
Beim Budget gilt dasselbe Prinzip: Ein realistischer Korridor, den Sie mit dem Kunden abgestimmt haben, ist mehr wert als eine Wunschzahl. Nichts kostet mehr Vertrauen als ein Kunde, der beim ersten Angebot abwinkt, weil der Vermittler das Budget geschönt hat.
Schnelle Rückmeldung schlägt perfekte Formulierung
Auch der beste Auftrag wirft Rückfragen auf — zur Kabelführung, zum Zählerplatz, zur Statik. Entscheidend ist, wie schnell Sie antworten. Installateure kalkulieren Angebote oft gebündelt; wer Rückfragen innerhalb weniger Stunden beantwortet, bleibt im aktuellen Kalkulationslauf. Wer drei Tage braucht, rutscht ans Ende der Liste — und riskiert, dass das Interesse des Endkunden zwischenzeitlich abkühlt. Richten Sie sich darauf ein: Benachrichtigungen aktivieren, Rücksprache mit dem Eigentümer vorab klären, fehlende Fotos zügig nachliefern.
Die Checkliste zum Abhaken
Bevor Sie den Auftrag veröffentlichen, gehen Sie diese Punkte durch:
- Alle Pflichtangaben ausgefüllt: Objekttyp, Dachfläche, Dachart, Ausrichtung, Wunsch-kWp, Speicherwunsch, Budget, PLZ, Zeitfenster
- Mindestens vier aussagekräftige Fotos: Dach (zwei Perspektiven), Verschattungssituation, Zählerschrank
- Jahresstromverbrauch des Haushalts erfragt und angegeben
- Dachzustand und anstehende Sanierungen mit dem Eigentümer geklärt
- Provisionserwartung realistisch angesetzt und begründbar
- Budgetkorridor mit dem Kunden abgestimmt
- Erreichbarkeit für Rückfragen in den nächsten Tagen sichergestellt
Wer diese sieben Punkte konsequent abarbeitet, hebt sich von der Masse unvollständiger Anfragen ab — und wird von Installateuren als verlässlicher Partner wahrgenommen, dessen Aufträge Priorität bekommen.
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