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EEG-Reform 2027: Steht die Einspeisevergütung vor dem Aus? Was Sie 2026 noch wissen müssen

Zum 1. August 2026 sinkt die Einspeisevergütung turnusmäßig, und ein Referentenentwurf will sie für kleine Neuanlagen ab 2027 ganz streichen. Warum sich die Inbetriebnahme 2026 lohnen kann — und was Auftraggeber jetzt tun sollten.

Frisch installierte Photovoltaik-Anlage auf dem Ziegeldach eines Einfamilienhauses in einer Wohnsiedlung bei Sommerwetter

Die Photovoltaik-Branche blickt im Sommer 2026 nervös nach Berlin. Zum 1. August greift die nächste turnusmäßige Absenkung der Einspeisevergütung, und im Hintergrund arbeitet das Bundeswirtschaftsministerium an einer EEG-Reform, die das Fördersystem für kleine Dachanlagen grundlegend umbauen soll. Für alle, die 2026 noch mit einer eigenen Solaranlage liebäugeln, stellt sich damit eine sehr konkrete Frage: jetzt handeln oder abwarten? Dieser Beitrag ordnet ein, was gesichert ist, was geplant ist — und warum das Zeitfenster für die heutige Vergütungshöhe kleiner wird.

Zum 1. August 2026: die reguläre Degression — nicht die Reform

Zuerst die Entwarnung: Die Absenkung zum 1. August 2026 ist keine politische Kehrtwende, sondern die im Erneuerbare-Energien-Gesetz fest verankerte Degression. Die Sätze sinken alle sechs Monate um rund ein Prozent. Konkret bedeutet das für Anlagen bis 10 kWp:

Vergütung (bis 10 kWp)bis 31.07.2026ab 01.08.2026 (ca.)
Überschusseinspeisung (Teileinspeisung)7,78 ct/kWh~7,70 ct/kWh
Volleinspeisung12,34 ct/kWh~12,22 ct/kWh

Entscheidend ist nicht die Anmeldung im Marktstammdatenregister, sondern das Datum der technischen Inbetriebnahme. Wer seine Anlage bis zum 31. Juli 2026 ans Netz bringt, sichert sich die 7,78 ct — und zwar für 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme. Diese Garantie ist der eigentliche Wert, der oft übersehen wird: Nicht der Cent-Betrag am Starttag zählt, sondern seine Festschreibung über zwei Jahrzehnte.

Der eigentliche Einschnitt steht 2027 an — bislang als Entwurf

Weit gewichtiger als die August-Degression ist die geplante EEG-Reform zum Jahr 2027. Ein bekannt gewordener Referentenentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium sieht vor, die klassische Einspeisevergütung für neue Anlagen unterhalb von 25 kW ab dem 1. Januar 2027 auslaufen zu lassen. Flankierend soll die Pflicht zur Direktvermarktung schrittweise auf immer kleinere Anlagen ausgeweitet werden, und Entschädigungen bei netzbedingter Abregelung sollen entfallen.

Wichtig zur Einordnung: Das ist bislang ein Entwurf, kein beschlossenes Gesetz. Details können sich im parlamentarischen Verfahren noch verschieben, und Übergangs- oder Bestandsschutzregelungen sind Teil der Diskussion. Die Richtung ist allerdings deutlich — der Branchenverband BSW-Solar warnte Mitte Juli 2026 offen vor einer „politischen Ausbaubremse". Der Zubau lag im ersten Halbjahr 2026 mit rund 7,4 Gigawatt zwar neun Prozent über dem Vorjahr, doch laut Verband vor allem wegen Sondereffekten.

Für Auftraggeber heißt das: Wer die heutige, gesetzlich garantierte Einspeisevergütung noch mitnehmen möchte, plant besser mit einer Inbetriebnahme in 2026 als mit einem ungewissen Förderregime ab 2027.

Ohne Vergütung wird Eigenverbrauch zur Hauptsache

Sollte die Einspeisevergütung für kleine Anlagen tatsächlich fallen, verschiebt sich die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage vollständig auf den Eigenverbrauch. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzstrom — dieser Vorteil bleibt unabhängig von jeder Förderpolitik bestehen. Genau deshalb werden zwei Dinge wichtiger: eine Anlagenplanung, die auf hohe Eigenverbrauchsquoten ausgelegt ist, und ein passend dimensionierter Speicher. Wie man die Speichergröße für ein Einfamilienhaus realistisch bestimmt, haben wir im Speicher-Ratgeber beschrieben; warum sich dynamische Stromtarife zunehmend lohnen, im Beitrag zu den dynamischen Tarifen nach §14a EnWG.

Die gute Nachricht bleibt: Die Anlagen selbst sind günstig wie nie. Schlüsselfertige Aufdachanlagen bewegen sich 2026 bei rund 1.200 bis 1.700 Euro pro kWp — Details dazu im Überblick zu den PV-Preisen 2026. Niedrige Anschaffungskosten und hohe Strompreise sorgen dafür, dass sich eine Anlage auch mit sinkender oder wegfallender Einspeisevergütung rechnet — nur eben stärker über den Eigenverbrauch.

Was Auftraggeber jetzt tun sollten

Konkret ergeben sich drei Schritte. Erstens das eigene Dach realistisch einschätzen lassen und die gewünschte Anlagengröße festlegen. Zweitens früh genug mehrere Angebote einholen — Fachbetriebe sind gefragt, und je näher das Jahresende rückt, desto voller werden die Auftragsbücher. Drittens die Inbetriebnahme fest einplanen, wenn die heutige Vergütung gesichert werden soll; der Netzanschluss braucht Vorlauf.

Genau hier setzt TR Solar an: Über unsere Plattform beschreiben Auftraggeber ihr Vorhaben einmal vollständig und erhalten Angebote geprüfter Installationsbetriebe aus der Region. Als Teil der TR Group vermitteln wir ausschließlich — wir wickeln keine Zahlungen ab und verkaufen keine Anlagen. Für Auftraggeber ist die Ausschreibung kostenlos; die Vermittlungsprovision im typischen Rahmen von 10 bis 20 Prozent trägt der Installateur aus dem gewonnenen Auftrag.

Für Installateure: das Nachfragefenster 2026 nutzen

Für Fachbetriebe ist die Reformdebatte ein zweischneidiges Schwert: Sie erzeugt kurzfristig zusätzliche Nachfrage von Auftraggebern, die 2026 noch ans Netz wollen, macht die Planung für 2027 aber unsicherer. Wer jetzt Kapazität frei hat, kann das Zeitfenster gezielt füllen — über regionale, vollständig beschriebene Aufträge statt teurer Kaltakquise. Wie sich Installateure in einem abgekühlten Eigenheimsegment neue Aufträge sichern, haben wir separat im Beitrag zur Auftragsakquise für PV-Installateure beleuchtet.

Fazit

Die August-Degression ist Routine und klein. Die eigentliche Weichenstellung ist die geplante EEG-Reform 2027 — noch ein Entwurf, aber mit klarer Stoßrichtung gegen die Einspeisevergütung kleiner Dachanlagen. Wer die heutige 20-Jahres-Garantie sichern will, sollte die Inbetriebnahme in 2026 einplanen und die Anlage von Anfang an auf hohen Eigenverbrauch auslegen. Unabhängig von jeder Förderung gilt: Günstige Technik und hohe Strompreise machen Photovoltaik 2026 zu einer der solidesten Investitionen rund ums eigene Dach.

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