Ratgeber

Modulpreise 2026: Nach dem Rekordtief wieder im Aufwind – was das für Ihre PV-Anlage bedeutet

Nach dem Rekordtief im Dezember 2025 sind Solarmodule 2026 um bis zu 30 Prozent teurer geworden – getrieben von Herstellerpreisen, Chinas Exportpolitik und Rohstoffkosten.

Handwerker montiert ein Photovoltaik-Modul auf einem Hausdach

Die Trendwende: Vom Rekordtief zum spürbaren Preisanstieg

Jahrelang kannten die Preise für Solarmodule nur eine Richtung: nach unten. Wer 2024 oder Anfang 2025 eine Photovoltaikanlage geplant hat, profitierte von einem historischen Tiefpreis-Niveau. Im Dezember 2025 erreichten die Modulpreise ihren bisherigen Tiefpunkt – und seitdem hat sich das Bild gedreht. Seit Jahresbeginn 2026 ziehen die Preise für Solarmodule in Deutschland und Europa wieder an, zeitweise deutlich.

Für Haus- und Gewerbedachbesitzer, die über eine Anlage nachdenken, ist das relevant: Module machen zwar nur einen Teil der Gesamtinvestition aus, sind aber neben der Montage der größte Einzelposten auf der Materialseite. Wer die Entwicklung kennt, kann besser einschätzen, ob und wann sich der Einstieg lohnt.

Zahlen im Überblick: Wie stark die Preise wirklich gestiegen sind

Die Marktbeobachtung stützt sich vor allem auf den pvXchange-Modulpreisindex, einen der meistzitierten Referenzwerte für den europäischen Großhandel. Die Entwicklung über das erste Halbjahr 2026 im Überblick:

ZeitpunktHigh-Efficiency-ModuleMainstream-ModuleLow-Cost-Module
Januar 2026 (Basis)ca. 0,115 €/Wpca. 0,105 €/Wpca. 0,055 €/Wp
Mai 2026ca. 0,150 €/Wp (+30 %)ca. 0,130 €/Wp (+24 %)ca. 0,070 €/Wp (+27 %)
Juli 2026ca. 0,145 €/Wp (−3,3 % ggü. Juni)ca. 0,135 €/Wpca. 0,075 €/Wp

Werte gerundet nach Marktberichten auf Basis des pvXchange-Index; Preise verstehen sich als europäische Großhandelspreise ohne Garantie auf Vollständigkeit.

Schon im Februar 2026 vermeldete der Markt einen Anstieg von 1 bis 1,5 Cent pro Wattpeak innerhalb eines einzigen Monats – kumuliert seit dem Dezember-Tief waren das zu dem Zeitpunkt bereits 15 bis 18 Prozent, bei einzelnen Herstellern sogar 20 bis 30 Prozent. Bis Mai summierte sich der Anstieg je nach Modulklasse auf 24 bis 30 Prozent gegenüber Jahresbeginn. Im Sommer deutete sich dann eine erste Stabilisierung an: Für Juli meldete der Index bei High-Efficiency-Modulen ein leichtes Minus gegenüber dem Vormonat, während Mainstream- und Low-Cost-Module seitwärts bis leicht steigend tendierten. Das Preisniveau blieb damit insgesamt deutlich über dem Jahresauftakt – von einer Rückkehr zu den Tiefstständen aus Dezember 2025 ist bislang nirgends die Rede.

Drei Treiber hinter dem Preisanstieg

1. Herstellerseitige Preisstrategie. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wie pvXchange war der erste Preisschub im Frühjahr 2026 nicht in erster Linie durch Rohstoffkosten erklärbar – Waferpreise sanken zeitweise sogar, und der Silberpreis normalisierte sich zwischenzeitlich wieder. Stattdessen wird ein abgestimmtes Vorgehen der Hersteller vermutet, die nach Jahren mit dünnen oder negativen Margen gezielt ein Preisniveau ansteuerten, auf dem sich wieder wirtschaftlich produzieren lässt.

2. Chinas Exportpolitik. Zum 1. April 2026 strich China die Mehrwertsteuer-Exporterstattung für Photovoltaik-Produkte – Module, Zellen, Wafer und Wechselrichter eingeschlossen. Bereits im Dezember 2024 war diese Erstattung von 13 auf 9 Prozent gekürzt worden, mit dem Wegfall zum April 2026 entfiel sie vollständig. Branchenschätzungen gehen von einer Verteuerung importierter Ware um 9 bis 20 Prozent aus, abhängig davon, wie stark Hersteller und Händler die höheren Kosten an die nächste Stufe der Lieferkette weitergeben.

3. Rohstoffkosten. Der für die Zellkontaktierung benötigte Silberpreis trug im weiteren Jahresverlauf zusätzlich zur Kostenbasis bei, nachdem er sich im Februar kurzzeitig beruhigt hatte.

Was das für Ihre Anlage bedeutet

Ein Anstieg der Modulpreise um 25 bis 30 Prozent klingt nach einer deutlichen Verteuerung der Gesamtanlage. Tatsächlich ist der Effekt gedämpfter: Module sind nur ein Teil der Investition, Montage, Wechselrichter und Unterkonstruktion bleiben davon unberührt. Die aktuelle Kostenstruktur pro kWp zeigt unser Beitrag Was kostet Photovoltaik 2026? Preise pro kWp im Überblick.

Relevanter als die reine Prozentzahl ist der Zeitfaktor. Zwei weitere Entwicklungen verstärken den Effekt, wenn eine Entscheidung immer wieder verschoben wird:

  • Die gesetzliche Einspeisevergütung sinkt planmäßig zum 1. Februar und 1. August jedes Jahres um jeweils ein Prozent – wer früher ans Netz geht, sichert sich tendenziell den höheren Satz für die volle Vergütungsdauer.
  • Für 2027 sind zusätzlich neue Effizienzstandards für Module im Gespräch, die in bestehende Lieferketten und Preise hineinwirken dürften, sobald sie greifen.

Bei Batteriespeichern bewegt sich die Preisdynamik zuletzt in die andere Richtung – mehr dazu in Batteriespeicher 2026: Rekordausbau und Preise um ein Drittel gefallen. Wer Modul- und Speicherpreise gemeinsam betrachtet, bekommt ein realistischeres Bild der Gesamtkosten.

Panik ist dabei kein guter Ratgeber: Die Stabilisierung im Juli zeigt, dass der Markt nach dem ersten Schub wieder Luft holt. Entscheidend ist ein belastbares Gesamtangebot für Module, Montage und Inbetriebnahme statt einer einzelnen Preisschlagzeile – zumal auch die EEG-Novelle 2027 und das Netzpaket zusätzliche Planungsfristen mit sich bringen könnten (siehe EEG 2027 und Netzpaket: Was auf PV-Anlagen zukommt).

Lohnt sich der Einstieg trotzdem?

Für die meisten Dach- und Gewerbeflächen bleibt die Antwort ja – die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage hängt von deutlich mehr Faktoren ab als dem Modulpreis allein: Eigenverbrauchsquote, Ausrichtung, Verschattung, Strompreisentwicklung und Förderrahmen spielen mindestens ebenso eine Rolle. Entscheidend ist ein Angebot, das zur eigenen Verbrauchssituation passt, statt eine Anlage nach dem reinen Tagespreis des günstigsten Moduls zu konfigurieren.

Genau hier setzt die Vermittlung über die TR Group an: Statt selbst Modulpreise und Lieferketten im Blick behalten zu müssen, erhalten Interessenten passende, geprüfte Angebote von Installationsbetrieben aus ihrer Region – TR Group übernimmt dabei ausschließlich die Vermittlung, keine Zahlungsabwicklung. Die Installationsbetriebe kalkulieren selbst auf Basis ihrer aktuellen Einkaufskonditionen, wodurch Marktbewegungen bei Modulpreisen direkt und transparent im Angebot sichtbar werden.

Fazit

Nach Jahren des Preisverfalls sind Solarmodule 2026 spürbar teurer geworden – getrieben von einer veränderten Preisstrategie der Hersteller, dem Wegfall chinesischer Steuervergünstigungen zum 1. April und gestiegenen Rohstoffkosten. Die erste Stabilisierung im Sommer zeigt aber, dass der Markt sich einpendelt, statt unkontrolliert weiterzulaufen. Für die Investitionsentscheidung zählt am Ende weniger der Modulpreis isoliert betrachtet, sondern das Gesamtpaket aus Anlagengröße, Eigenverbrauch, Einspeisevergütung und einem verlässlichen Installationspartner.

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