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PV-Jahr 2025: Rückblick und Ausblick auf 2026

Konsolidierung, niedrige Modulpreise und ein Speicher-Boom prägten den PV-Markt 2025. Was Vermittler und Installateure daraus lernen – und was 2026 bringt.

PV-Jahr 2025: Rückblick und Ausblick auf 2026

Das Jahr 2025 war für die deutsche Photovoltaik-Branche ein Jahr der Bereinigung – und der Neuausrichtung. Nach den Rekordjahren 2023 und 2024 hat sich der PV-Markt 2025 auf einem niedrigeren, aber deutlich stabileren Niveau eingependelt. Wer nur die Schlagzeilen verfolgt hat, kennt beide Seiten der Medaille: Insolvenzen und Marktaustritte auf der einen, ein anhaltender Speicher-Boom und die im Frühjahr überschrittene Marke von 100 Gigawatt installierter Gesamtleistung auf der anderen. Zum Jahresende ziehen wir Bilanz – und wagen einen Ausblick darauf, was Vermittler und Installateure 2026 erwartet.

Konsolidierung: Der Markt hat sich bereinigt

2025 hat die Auslese fortgesetzt, die 2024 begonnen hatte. Mehrere überregionale Installationsbetriebe und Vertriebsplattformen, die im Boom mit aggressiven Preisen und viel Wagniskapital gewachsen waren, haben aufgegeben, Insolvenz angemeldet oder ihr Geschäftsmodell umgebaut. Das klingt zunächst nach schlechten Nachrichten – ist aber für die verbleibenden Akteure eine gesunde Entwicklung.

Denn übrig geblieben sind vor allem Betriebe, die solide kalkulieren, regional verankert sind und von Empfehlungen leben. Die Zeiten, in denen jede Anfrage automatisch zum Auftrag wurde, sind vorbei – dafür sind die Auftragsbücher der gut aufgestellten Installateure wieder planbar gefüllt, und die Lieferzeiten haben sich normalisiert. Für Vermittler bedeutet die Konsolidierung vor allem eines: Die Auswahl des richtigen Installationspartners ist wichtiger geworden. Wer Kunden an einen Betrieb vermittelt, der in sechs Monaten nicht mehr existiert, riskiert seine eigene Reputation.

Modulpreise: weiterhin im Keller

An der Preisfront hat sich 2025 wenig bewegt – und das ist die eigentliche Nachricht. Die globalen Überkapazitäten in der Modulproduktion halten an, Standardmodule notieren weiterhin auf historisch niedrigem Niveau. Eine spürbare Erholung der Preise ist trotz einzelner Konsolidierungssignale bei den Herstellern bislang ausgeblieben.

Für die Kalkulation vor Ort heißt das: Das Modul ist längst nicht mehr der Kostentreiber einer Anlage. Montage, Elektroinstallation, Gerüst und Speicher dominieren den Endpreis. Reine Hardware-Marge ist damit kaum noch ein Geschäftsmodell – die Wertschöpfung liegt in Beratung, Auslegung und sauberer Ausführung. Endkunden profitieren von Systempreisen, die im Mehrjahresvergleich attraktiv bleiben. Genau das stützt die Nachfrage auch ohne Boom-Stimmung.

Speicher und Flexibilität: der eigentliche Wachstumstreiber

Während der reine Anlagenzubau im Privatsegment unter den Rekordwerten der Vorjahre blieb, war 2025 das Jahr der Speicher und der Flexibilität. Der weit überwiegende Teil neuer Hausdachanlagen wird inzwischen mit Batteriespeicher bestellt, und auch das Nachrüstgeschäft bei Bestandsanlagen wächst spürbar.

Drei Entwicklungen haben das Thema getrieben:

  • Dynamische Stromtarife: Seit Anfang 2025 müssen Stromversorger dynamische Tarife anbieten. In Kombination mit Speicher und Energiemanagement wird der Strompreis damit vom Fixum zur Stellschraube – Laden bei günstigen Preisen, Verbrauch aus dem Speicher in teuren Stunden.
  • Neue Einspeiseregeln: Die Anfang 2025 beschlossenen Regelungen zu Einspeisespitzen und negativen Strompreisen machen die reine Volleinspeisung unattraktiver. Wirtschaftlich zählt zunehmend, wie viel Solarstrom im Haus bleibt.
  • Sektorenkopplung: Wärmepumpe und Wallbox sind in der Beratung keine Exoten mehr, sondern Standardfragen. Anlagen werden größer dimensioniert und ganzheitlicher geplant.

Kurz gesagt: Verkauft wird 2025 nicht mehr die Anlage, sondern das System.

Ausblick 2026: womit Vermittler und Installateure rechnen können

Für 2026 spricht vieles für ein solides, unspektakuläres Jahr – und genau das ist nach zwei turbulenten Jahren eine gute Nachricht. Die wichtigsten Tendenzen im Überblick:

SegmentEntwicklung 2025Tendenz 2026
Privatkunden (Aufdach)Unter Rekordniveau, stabilisiertSeitwärts – Qualität schlägt Masse
Speicher & EnergiemanagementStarkes Wachstum, hohe SpeicherquoteWeiter steigend, Nachrüstung legt zu
Gewerbe-PVAnziehendWichtigster Wachstumstreiber
ModulpreiseHistorisch niedrigKeine deutliche Erholung erwartet

Eigenverbrauchsoptimierung wird zum Standardargument. Mit sinkender Einspeisevergütung und häufigeren Stunden mit negativen Börsenpreisen verschiebt sich die Wirtschaftlichkeitsrechnung weiter Richtung Eigenverbrauch. Speicher, Energiemanagement und intelligente Steuerung werden vom Zubehör zum Kern des Angebots. Beratung, die das seriös durchrechnet, wird zum Verkaufsargument.

Gewerbe-PV zieht an. Hohe Gewerbestrompreise, große ungenutzte Dachflächen und kurze Amortisationszeiten machen das Segment attraktiv – und Gewerbekunden entscheiden weniger stimmungsgetrieben als Privathaushalte. Für Installateure mit entsprechender Projekterfahrung dürfte hier 2026 das größte Wachstum liegen; für Vermittler mit Zugang zu Unternehmern, Hausverwaltungen oder Landwirten entstehen neue, provisionsstarke Anknüpfungspunkte.

Stabile Nachfrage auf normalisiertem Niveau. Branchenverbände rechnen nicht mit einem neuen Nachfrageschub, aber auch nicht mit einem Einbruch. Die Grundlast an Anfragen – getragen von Strompreisen, Sanierungen und Elektromobilität – bleibt solide. Planbarkeit ersetzt Goldgräberstimmung.

Beratungskompetenz wird zum Differenzierungsmerkmal. Dynamische Tarife, Steuerungslogik, Speicherdimensionierung: Die Materie ist komplexer geworden. Wer sie verständlich erklären kann, gewinnt Vertrauen – und den Auftrag. Das gilt für Installateure ebenso wie für Vermittler im Erstkontakt.

Fazit: 2026 gehört den Professionellen

Der PV-Markt 2025 hat gezeigt, dass die Branche erwachsen geworden ist. Die Schnäppchenjäger und Glücksritter sind weitgehend vom Feld, geblieben sind Betriebe und Vertriebspartner, die auf Substanz setzen. Für 2026 heißt das: Wer sein Netzwerk pflegt, systemisch berät und im wachsenden Gewerbesegment präsent ist, startet aus einer guten Position.

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